Erste (Fehl-)Diagnose: Psychosomatisch

April 2018

Nun setzte Phase 3 ein und es kamen schlimme Nervenschmerzen dazu, die mich nicht mehr sitzen ließen. Sobald ich mich hinsetzte oder hinlegte, brannten die Nervenbahnen an der Einstichstelle, ich lief Tag und Nacht nur noch auf und ab, um den Schmerzen zu entkommen.

Es fühlte sich an, als ob eine Flüssigkeit über die Nerven liefe. Ich begab mich dann wieder ins Krankenhaus, hier machte man dann ein CT und MRT vom Kopf, ein EEG und ein Blutbild. Alles war unauffällig und ich wurde wieder nach Hause geschickt und mich dieses Mal zwei Wochen ausruhen. Die einzige Überlegung von ärztlicher Seite war, ein Blutpatch zu machen, wenn die Beschwerden nicht nachließen. Ein Blutpatch soll ein eventuelles Leck schließen, das von der Punktion noch vorhanden sein könnte und aus dem Liquor (Nervenwasser) austritt. Ich persönlich schloß ein Liquorleck aus, da ich nicht die typischen Symptome hatte.

Zwei Tage später ging ich dann wieder ins Krankenhaus, weil es mir wieder sehr schlecht ging. Beim Anlehnen an die erste Punktionsstelle trat manchmal fast eine Ohnmacht ein und mein Kopf fühlte sich an, als wäre er flüssigkeitsarm. Ich  bekam wieder schlimme Kopfschmerzen. Ich wurde zwei Tage stationär aufgenommen, man machte erneut ein Blutbild, weiter Untersuchungen wollte man nicht machen.

Man verschrieb mir Antidepressiva und Schmerzmittel und legte mir nahe nicht nochmal wegen dieser Sache zu kommen. Ich wies den Oberarzt darauf hin, dass durch eine Lumbalpunktion durchaus Komplikationen auftreten können, er wies das entschieden zurück.

Der Entlassbrief kam erst Monate später.

Ich versuchte nun im Internet nach einer Ursache zu recherchieren und landete immer wieder auf Seiten über den postpunktuellen Kopfschmerz, den ich eigentlich in dieser Form nie hatte.

Zwischenzeitlich konnte ich nachts nicht mehr schlafen, sobald ich mich auf die Stelle legte, bekam ich nach kurzer Zeit keine Luft mehr, schreckte nach Luft ringend aus dem Schlaf aus und auch nach kleineren Anstrengungen am Tag und kurzen Strecken bekam ich Schweissausbrüche und Atemnot, zusätzlich kribbeln in Armen und Beinen.

Ich kontaktierte dann ein Krankenhaus, das auf diesen Kopfschmerz spezialisiert war und ließ mich dort stationär aufnehmen. Man erklärte mir dort, dass sich die Symptome eines Liquorlecks auch anders zeigen könnten.

Ich ließ mir dort dann ein Blutpatch machen, das aber keine Abhilfe schaffte. Man machte noch eine Myelographie und schloss ein Liquorleck aus. Mit der Diagnose Psychosomatisch wurde ich dann entlassen.

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